Sie haben Ihren Sattel neu polstern lassen? Sicher eine gute Entscheidung. Schließlich ist die Polsterung das Element am Sattel, dass die Bewegung des Pferderückens ermöglichen soll.

Schnelle Urteile sind meistens falsch!

Erwarten Sie nicht, dass ein frisch gepolster Sattel beim ersten Auflegen perfekt liegt. Das Gegenteil ist oft der Fall. Das Kissen ist noch etwas zu voluminös und fluffig. Oft scheint er erst einmal über dem Pferd zu thronen. Ignorieren Sie das. Die letzte Anpassung, sozusagen den Feinschliff, machen Sie und Ihr Pferd während des ersten Reitens. Das heißt in den ersten 20-45 Minuten Reitens formt sich die Watte unter ihrem Gewicht an Ihr Pferd an. Hier passierte das meiste „setzten“ der Watte, das sogenannte „Einreiten“ des Sattels. Der Rest in den folgenden Reiteinheiten, so ca 14 Tage bis  4 Monate lang. Je nachdem, wieviel Sie wiegen und wie oft und wie lange Sie reiten.Wichtig dabei ist das Reitergewicht! Auch ein „Test“ an der Longe ohne Reiter, könnte Sie jetzt eher erschrecken.  Durch das mehr an Volumen, könnte ihr Sattel jetzt „klappern“.

Vorsicht bei Schiefen

Vermeiden Sie einseitige Belastung. Es wäre schade, wenn sich die Kissen ungleichmäßig anformen. Wenn Sie wissen, dass Sie selber schief sind, ist das jetzt ein guter Zeitpunkt sich selbst einmal von einem Osteopathen behandeln zu lassen. Sehr empfehlenswert sind auch die von Eckhardt Meyners entwickelten Übungen.  Auch Reiter haben eine Schokoladenseite. Reiten Sie wirklich auf beiden Händen gleich lange? Mehr zum Thema schiefe Sattelkissen finden Sie hier.

Die Polsterung „arbeitet“

 Ich verwende (meistens) silikonisierte Polyesterwatte. Damit habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kissen lange weich und gleichmäßig bleiben. Die Polyesterfasern der Watte sind mit Silikon umhüllt. Sie kennen das vielleicht von Mähnenspray. Im Sattel findet, durch Wärme, Feuchtigkeit (Schweiß) und Bewegung ein Verfilzungsprozess statt. Das Silikon vermindert diesen Prozess. Wenn Sie ein Pferd haben das sich wenig verändert, und folglich keine anderen Veränderungen an Ihrem Sattel notwendig werden, bleiben die Kissen damit über Jahre geschmeidig. Manchmal mache ich nach 3 oder sogar 5 Jahren wieder eine Kontrolle und das Sattelkissen ist tadellos weich und gleichmäßig. Wie fest oder weich gepostert wird, ist auch vom Reitergewicht beeinflußt. Eine schwerer Reiterin reitet den sattel schneller ein, braucht aber auch festere Kissen.

Sattelkissen
Zum polstern werden die Kissen vom Baum getrennt.

 

Lagerung des Sattels

Lagern Sie den Sattel möglichst so, dass die Kissen frei hängen. Sattelhalter aus dünnen Metallstäben, die Kontakt zu den Kissen haben sind ungeeignet. Die Polsterwatte formt sich auch daran an. Besonders, wenn zusätzliches Gewicht von oben kommt, z.b. wenn noch ein Sattel oben drauf gelegt wird.

Achtsamkeit bei der Umstellung

Vorsicht bei der Umstellung : gewohnte Bewegungen anders ausführen ist / kann anstrengender sein, als eine ganz neue Bewegung auszuführen. Möglicherweise sitzen Sie jetzt anders (Stichwort Balance). In feinen Nuancen wird Ihr Pferd sein Bewegungsmuster an die veränderte Balancesituation von oben anpassen müssen. Unterschätzen Sie das nicht. Das ist Schwerstarbeit. Muskelkater bei Reiter und Pferd möglich bzw wahrscheinlich. Lassen Sie es also langsam angehen. Damit wünsche ich Ihnen viele schöne Stunden in Ihrem Sattel.

Haben Sie Fragen zur Sattelanpassung? Schreiben Sie mir gerne eine mail an info(Ät)satteltest-nord.de

 

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